Clownsein – eine Filousophie
Die Qualität des Clownspiels misst sich nicht an «richtig» oder «falsch». Vielmehr orientiert sie sich an Echtheit, Einfachheit, Natürlichkeit und Gegenwärtigkeit. Wirklich da sein, wo ich bin und Erfahrungen mit allen Sinnen in jedem Moment neu erleben. Alles ist schon da: Spiellust, Fantasie, Lebendigkeit, Hingabe, Komik: Befreien, entwickeln, stärken.
Kann ich die Befreiung mehr und mehr zulassen?
Narrenfreiheit heisst auch Achtsamkeit mir und andern gegenüber: Uns Raum und Zeit geben und nehmen für Begegnung, Gefühle, Berührung. Gemeinsam den Blick für die kleinen Dinge stärken und gleichzeitig die Ganzheit im Auge behalten. Aber auch steigern können bis ins absolute Extrem: Die Vielfalt in der Einfalt erleben - oder etwa: Das „Richtige“ im falschen Moment, am falschen Ort?
Präsenz und Präzision entwickeln, als Basis für das Spiel an Orten des Wandels: auf der Bühne und im Leben. Und nicht zuletzt: Meinen eigenen Stil finden und ganz mich selber sein.


Die Clownfrau, Clownin, der Clown
sind nicht eigentliche Menschen. Sie sind wandelbare Wesen, frei von Zeit und Raum. Sie spiegeln das menschliche Verhalten, sind Symbolfiguren bzw. Archetypen und verkörpern das Original in jedem Lebewesen. Dennoch stolpern sie über das Alltägliche, über Gebote, über die Wirklichkeit.
Durch ihr Spiel, ihre Handlungen machen sie ihr inneres Wesen spür- und sichtbar. Sie berühren die Seele des Publikums mit ihrer Menschlichkeit. Sie verwandeln Antworten in Fragen, verschaffen sich Spiel-Raum zwischen Schwerkraft und Leichtigkeit, verkörpern das Neue, das aus dem Alten, Überlebten hervorspriesst.


Das Spiel / Die Arbeit
Das Zusammenspiel der analytischen Denkweise der linken Hirnhälfte und der ganzheitlich-intuitiven Denkweise der rechten Hirnhälfte bildet die Grundlage zu dieser Theaterarbeit. Nach einem körperlichen und stimmlichen Warm-Up bringen wir innere Bilder zum Ausdruck setzen Emotionen (= energy in motion) in Bewegung um, improvisieren mit Körper, Stimme und Sprache und geniessen die Lebendigkeit unserer Ausdruckskraft.
In einer Atmosphäre der Achtsamkeit und Entspanntheit sind wir gleichzeitig Figuren und GeschichtenerzählerInnen und schaffen uns eine panikfreie «Leere», wo Vertrauen sich entwickeln und Spiellust und Ideen sich entfalten können.
Spielen basiert auf dem Lustprinzip, es kann Freude, Inspiration und Vergnügen bringen. Können wir es geniessen?
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